Presseberichte_2016_6

 

80.000 Euro für Kulturhof

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Zaman Mussawi hat im Obergeschoss des Hauses die Wände eingeschlagen. Er ist einer von vielen ehrenamtlichen Helfern. Foto: Malte Schmidt

Der Zuwendungsbescheid ist da: Die Mitglieder des Vereines Künstlerstadt Kalbe können 80.000 Euro in ihr Domizil investieren.  

Von Malte Schmidt

 Kalbe punkt Mit aller Kraft führt Zaman Mussawi den Hammer gegen eine Wand im Ober- geschoss des Haupthauses des ehemaligen Bauernhofes an der Rathausstraße in Kalbe. Stück für Stück fällt diese in sich zusammen. Hilfe bekommt er dabei von Hossein Mussawi. Ein Stockwerk tiefer hat es sich Soltan Ali zur Aufgabe gemacht, die alten Gipsbetonplatten nach und nach abzubauen und in das Erdgeschoss zu tragen. „Die drei helfen ehrenamtlich im Verein mit“, erzählt Corinna Köbele, Vorsitzende des Vereines Künstlerstadt Kalbe, bevor sie mit einem kleinen Hammer Fliesen von der Wand klopft.

Schrittweise Sanierung des Gebäudes

Der Zahn der Zeit hat ohne Zweifel viele Jahre an dem Haus genagt. Um genau zu sein, neun. „Als der Bauernhof nicht mehr genutzt wurde, fand die Gesellschaft für Sport und Technik einen Platz in dem Fachwerkhaus samt Nebengelass. Danach waren es Mietwohnungen. In den vergangenen Jahren hatte sich niemand so wirklich für das Haus interessiert. Das ist jetzt nicht mehr so.

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Ein Stockwerk weiter unten hat Corinna Köbele dagegen die Fliesen von der Wand geklopft. Foto: Malte Schmidt

In der vergangenen Woche war es endlich soweit. „Wir haben den Zuwendungsbescheid des Landesministeriums für Entwicklung und Verkehr erhalten“, erzählt Köbele. Das heißt, dass dem Ausbau des ehemaligen Bauernhofes nichts mehr im Weg steht. 80.000 Euro – so viel haben sie aus dem Förderprogramm „Demografie im Wandel“ erhalten. Das Geld wird nun in das Haus investiert. „Wir wollen im ehemaligen Altenteil im ersten Stock des Gebäudes eine Wohnung ausbauen“, erklärt Corinna Köbele. In dieser sollen später vier Stipendiaten Platz finden. Das Erdgeschoss soll ebenfalls für Wohnzwecke genutzt werden. Außerdem sollen eine Küche und ein Büro entstehen.

Wohnungen für Stipendiaten geplant

Da die Förderung des Ministeriums auch ehrenamtliche Eigenleistungen voraussetzt, haben sich gestern die Mitglieder des Vereines zum ersten Arbeitseinsatz im Haus getroffen. „Ab jetzt müssen alle ehrenamtlichen Stunden dokumentiert werden“, erzählt Corinna Köbele. Um dabei keine Fehler oder sogar zu viel am Haus zu machen, werde man sich vorerst auf die Tätigkeiten beschränken, die von der Denkmalschutzbehörde zugelassen sind. „Wir freuen uns sehr, dass wir jetzt endlich loslegen können“, sagt Vorsitzende Köbele. Die Vereinsmitglieder sind sichtlich frohen Mutes, dass das Gebäude im Laufe der kommenden Jahre restauriert wird. Dann werden sich sicherlich auch die Stipendiaten über das neue Domizil freuen, ist Köbele von dem Projekt überzeugt.

©http://www.volksstimme.de/lokal/gardelegen/kuenstlerstadt-80000-euro-fuer-kulturhof

 

 

 

Gemeinschaftsarbeit war „Superidee"

Schüler der Brunauer Grundschule stellen für die nächsten zwei Monate ihre Kunstwerke in der Kalbenser Raiffeisenbank aus. Entstanden waren die Bilder und Fotografien in Zusammenarbeit mit Stipendiaten des Kalbenser Künstlerstadtvereines.

Von Gesine Biermann

Kalbe punkt Ausstellungen sind in den Räumen der Raiffeisen­bank Kalbe-Bismark an der Eugenie-Schild-Straße eigent­lich immer zu sehen. Und doch war diese Vernissage am Donnerstag nach- mittag etwas besonderes. Diesmal nämlich waren die Künstler Schüler der Brunauer Grundschule - und ihre Werke auch besonders gut gelungen.

„Wir haben vom Workshop immer noch ein Andenken an unserer Decke."

Wilma Schulz, Schulleiterin in Brunau

Entstanden waren die Trippings - Bilder aus getropfter Farbe - die Porträtfotografien und Grafiken im Weißdruck­verfahren in Zusammen- arbeit mit Stipendiaten des vergange­nen Wintercampus der Künst­lerstadt. Und allein das sei ein besonderer Grund zur Freude, betonte Vereinschefin Corinna Köbele in ihrer Begrüßungs­ansprache. Denn eine solche Zusammenarbeit sei ja eigent­lich der Sinn der Künstlerstadt. Und so sei es einfach „eine Su­peridee" gewesen, die Schullei­terin Wilma Schulz da gehabt habe. Die war nämlich von sich aus an die Studenten des Win­tercampus herangetreten und hatte sie dazu eingeladen, mal mit den Schülern zu arbeiten.

Mit Yannick Wende, Sebas­tian Horn und Hanna Schön­feld hatten sich drei der jungen Leute dazu denn auch spontan bereit erklärt. Und offenbar ha­ben alle davon profitiert. Denn nicht nur die Kinder, auch die Studenten hatten Spaß an der Arbeit, bei der es sehr kreativ zuging, wie Wilma Schulz ver­sicherte. Von der Tropftechnik „haben wir immer noch ein Andenken an unserer Decke", verriet sie lachend.

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Die Ergebnisse können sich sehen lassen. Und sie passten zu den Möbeln, machte Köbele auf den Ton-in-Ton-Effekt der Trippings aufmerksam.

Die Besucher der Bank kön­nen zudem Porträtfotografien der Schüler bewundern, und sogar Grafiken, die gemeinsam mit den Studenten entstanden.

Für alle Vernissagebesucher schilderten schließlich mit Leonie Schmundt (9) und Diego Kunkel (9) zwei der jun­gen Künstler selbst, wie viel Spaß der Workshop gemacht hatte. Stolz stellten sie, stell­vertretend für ihre Mitschüler, die Werke vor. Und selbstver­ständlich stießen sie mit ihrer Schulleitern, Corinna Köbele und dem Vorstandsvorsitzen­den der Raiffeisenbank, Dieter Schulze, auf die Ausstellung mit Orangensaft an.

„Wir sind stolz, in einer so alten, ehrwür­digen Bank ausstellen zu dürfen."

Küstlerstadtvereinschefin Corinna Köbele

Für Schulze und sein Team hat die Ausstellung - es ist üb­rigens die vierte, die mit der Künstlerstadt organisiert wur­de - zudem noch eine ganz be­sondere Bedeutung. „Seit ein paar Tagen befinden wir uns nämlich im 90. Jahr unseres Bestehens", verriet er. Und die Kinder seien im Jubiläumsjahr somit die ersten Aussteller.

Darauf, dass es wieder mög­lich war, in der Bank - „noch dazu in einer so alten ehrwür­digen" - auszustellen, „sind wir auch sehr stolz", versicherte Köbele. Die Kinder hoffen nun, dass sich viele Besucher die Bilder anschauen. Mindestens zwei Monate besteht während der Öffnungszeiten die Gele­genheit dazu.

© Volksstimme, Gardelegener Kreisanzeiger, 17.12.2016, S. 20

 

 

15.12.2016

Interkulturelles Weihnachtsfest

Weihnachtsfeier als neue Erfahrung

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Kalbe (gb) • Leuchtende Kinderaugen, staunende Erwachsene und ein Weihnachtsmann, der sich ordentlich anstrengen musste, die Namen auf den 35 Geschenken zu entziffern. Er verteilte sie am Dienstag nämlich an die Kinder der Flüchtlingsfamilien in Kalbe. Spendiert hatten die Gaben -auf einen Aufruf des Künstlerstadtvereines hin - die Kalbenser selbst. „Und wir konnten für jedes Kind ein schönes Päckchen packen", freute sich Vereinschefin Corinna Köbele. Die Freude war denn auch groß. Die vierjährige Elnaz Assadi (rechts) war von ihrem Geschenk jedenfalls beeindruckt und packte alles fröhlich aus. Beeindruckt zeigten sich auch die Eltern der Kinder - schließlich kennen viele von ihnen das Weihnachtsfest nicht, auch nicht den Weihnachtsmann, den Arman Sultan Ali (links) unbefangen anlachte.

Foto: Gesine Biermann

© Volksstimme, Gardelegener Kreisanzeiger, 15.12.2016, S. 18

 

 

 

 

 

Kalbenser Sekundarschüler wurden mit Manuel Erzgräber bei Schreibwerkstatt kreativ

Das „Nichts“ kann einfach alles sein

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Manuel Erzgräber aus Berlin gab den Kalbenser Sekundarschülern der Klasse 7b gestern ein paar Ideen und Anleitungen, wie sie selbst schriftstellerisch aktiv und kreativ werden können. Foto: Koerdt

© Koerdt, Hanna

Kalbe. Die innere Stimme, Freuds „Über-Ich“, das beim Schreiben schon fragt und urteilt, ob das Geschriebene gut oder schlecht ist, solle einfach „die Klappe halten“, meinte gestern Manuel Erzgräber zur Klasse 7b der Sekundarschule Kalbe.

Manuel Erzgräber ist „selbst kein berühmter Schriftsteller“, stellte sich der 33-Jährige den Schülern vor. Er begleitet Schriftsteller, Drehbuchautoren oder diejenigen, die gerne schreiben möchten, bei ihrem Schaffensprozess. Zum Beispiel innerhalb von Schreibwerkstätten. Eine solche veranstaltete er gestern mit den Kalbenser Schülern. Auf die Idee kam Cornelia Appelmann, die Deutschlehrerin der 7b. Mit ihren Schülern hatte sie, als sie noch in die sechste Klasse gingen, schon einmal kreativ geschrieben – Gute-Nacht-Geschichten für ihre damals fünfjährige Enkelin Pia Schulz. „Die Schüler kamen selbst auf die Idee“, so die Lehrerin. Sie bauten in ihre Geschichten unter anderem Pias Namen ein oder auch den ihrer Puppe: „Oma, die heißt wie ich und meine Püppi“, war Pia begeistert, als ihr ihre Oma die Geschichten vorlas. Vor kurzem war Manuel Erzgräber schon einmal in Kalbe und leitete in Kooperation mit der Künstlerstadt Kalbe und dem Jugendclub „Kroko“ eine Jugendschreibwerkstatt. Die fand am Wochenende statt, nicht jedem interessierten Schüler war es möglich, gerade wenn sie aus den Ortschaften kommen, daran teilzunehmen. Also sprach Cornelia Appelmann Corinna Köbele an, die es organisierte, dass Manuel Erzgräber noch einmal aus Berlin, wo er als Dozent an der Alice-Salomon-Hochschule arbeitet und auch den Master-Abschluss macht, in die Mildestadt kommt.
Die strikten Deutschregeln, die es sonst in ihrem Unterricht gibt, fielen gestern aus: „Ihr könnt Sätze mit ‘und’ beginnen, Verben weglassen, Rechtschreibfehler sind egal“, meinte Erzgräber und sorgte bei den Schülern für Begeisterung. Sie sollten schreiben, wie sie auch sprechen: „Ihr seid nicht Goethe, ihr lebt im Jahr 2016.“ Drei Satzanfänge gab er in einer von mehreren Übungen vor, nämlich „Ich glaub, ich hab da unten was gehört“, „Bist das noch du?“ und „Warum hast du das getan?“. Einen von ihnen sollten die Jugendlichen als ersten Satz ihres Textes wählen und sich dazu eine Geschichte ausdenken. Das fiel den Siebtklässlern noch leicht, denn sie schrieben eifrig und still ihre Blöcke voll. Schon schwieriger war die Aufgabe, ihren Text oder eine andere Geschichte, die ihnen passiert ist, schriftlich wiederzugeben, allerdings ohne dabei einmal den Buchstaben „E“ zu benutzen. Unmöglich erschien der 7b diese Aufgabe. „Sagt nicht, dass das nicht geht. Ein französischer Schriftsteller hat einen ganzen Roman geschrieben, ohne, dass darin ein ‘E’ vorkommt. Der Roman wurde auch ohne ‘E’ ins deutsche übersetzt“, so der Dozent. Die Ergebnisse der Schreibübung sorgten beim Vorlesen für viel Gelächter. Einige hatten das „E“ einfach durch andere Buchstaben ersetzt. Nach dem Vorlesen erklärte Erzgräber auch den Sinn dahinter: So gab es einen vornehmlich französischen Autorenkreis, der häufig mit formellen Beschränkungen arbeitete. Dadurch wendet sich ein Schreibender von gewohnten Pfaden ab, es entstehen neue sprachliche Lösungen, weil das Gehirn nach ihnen suchen muss.
Schließlich machte die 7b ein Brainstorming zu dem Wort „Nichts“. Alles mögliche fiel ihnen dazu ein, von Gegenständen bis hin zu solchen Gedanken wie „nichts zu Essen haben“ oder keine Bildung zu erhalten. Aus der Sammlung der Wörter und Gedanken wurden abermals Texte geschrieben, einzeln, mit einem Partner oder auch in Gruppen. Die Schüler suchten sich aus, welche Ansätze sie weiterverfolgen möchten.
Zu Beginn hatte Manuel Erzgräber betont, dass niemand zum Vorlesen gezwungen werde, die „Geschichten können auch in der Tasche verschwinden“. Zu Gehör bekamen alle aber trotzdem zehn Texte. Anna Waclawczyk zum Beispiel schrieb darüber, dass sie durch das Streicheln einer streunenden Katze plötzlich durch die Zeit reiste. Elias Kanitz hingegen schrieb ein Gedicht über einen Tyrannen. Vielleicht weil er so gerne an seiner ersten Geschichte weitergeschrieben hätte, aber nicht durfte?
Von Hanna Koerdt

© http://www.az-online.de/altmark/kalbe/nichts-kann-einfach-alles-sein-7110702.html

 

 

 

13.12.2016

Advent in der Altstadt

Altstadtnachbarn und Co. luden zur Weihnacht an die Nicolai-Kirche

mb Kalbe. Einen kleinen Adventsmarkt veranstalteten am Freitagabend die Altstadtnachbarn, die Künstlerstadt Kalbe, das „Kroko"-Team sowie einige Anwohner der Altstadt an der Kalbenser Nicolai-Kirche, wo zuvor die Altstadtnachbarn einen Weihnachtsbaum aufgestellt hatten. Groß und Klein machten es sich an einem Lagerfeuer gemütlich, über dem auch ein Kessel Glühwein heiß gemacht wurde. Gegen den Hunger gab es unter anderem Bratwürstchen und Waffeln und ein Adventsbasar lud zum Kaufen ein.

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Über dem Feuer in der Feuerschale wurde beim Altstadt-Advent in Kalbe ein Kessel Glühwein heiß gemacht. Foto: Bock

 

 

 

2.12.2016

Leuchtturm-Rolle für Kalbenser Projekt

Neulandgewinner-Programm: Künstlerstadt als einzige Initiative in Sachsen-Anhalt gefördert

Kalbe (cn) • „Neulandgewinner - Zukunft erfinden vor Ort" : heißt das Programm der Robert- Bosch-Stiftung, das lokale Initiativen, die auf bürgerschaft- lichem Engagement beruhen, fördert: Initiativen wie das Künstlerstadt-Projekt in Kalbe. Es ist das einzige in Sachsen-Anhalt, das im Zuge der aktuellen Förderperiode aus mehr als 100 Bewerbungen ausgewählt worden ist. Wie die Stiftung am Mittwoch offiziell bestätigte - eine erste Vorabinfo hatte es bereits weit im Vorfeld gegeben (Volksstimme berichtete) -, fließen in den kommenden zwei Jahren 50 000 Euro nach Kalbe, wobei das Künstlerstadt-Projekt auch mit individuellen Schulungen und Mentoring-Programmen unterstützt werden soll. Die Stiftung arbeitet diesbezüglich mit dem Thünen-Institut für Regionalentwicklung mit Sitz in Bollewick (Mecklenburg-Vorpommern) zusammen. Mithilfe des Neulandgewinner-Programms, das es seit 2013 gibt, werden unkonventionelle Ideen im Osten Deutschlands unterstützt, mit deren Hilfe Lebensqualität vor Ort verbessert werden kann. Für die neue Förderphase sind insgesamt 20 solcher Projekte ausgewählt worden - aber eben nur eins im hiesigen Bundesland. Die Vorsitzende des Künstlerstadt-Vereins, Corinna Köbele, hatte die Bewerbung im Sommer selbst abgegeben, indem sie zur Bosch-Stiftung nach Berlin gereist war und dort eine Art Projekt-Striptease hingelegt hatte. Dabei hatte sie mithilfe von Jacken in verschiedenen Farben und Formen gezeigt, wie die Künstlerstadt-Initiative dazu beitragen kann, eine vom demografischen Wandel gebeutelte Region mit neuen kreativen Ideen zu beleben, quasi bunter zu machen.

© Volksstimme, Gardelegener Kreisanzeiger, 2. Dezember 2016, S. 21

 

 

 

 

27.102016

Anwohner ab sofort mit einbezogen

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Der Ärger, den es um den mit Schweinen bemalten Stromkasten an der Kalbenser Marktstraße gegeben hat, soll sich nicht wiederholen.

Kalbe. Alle Stromkästen in der Einheitsgemeinde Kalbe – immerhin rund 200 an der Zahl – sollen im Lauf der nächsten Jahre und im Zuge einer vom Jobcenter geförderten Maßnahme mit ortstypischen Motiven bemalt werden. Als nächster Kasten wäre der an der Eugenie-Schildt-Straße an der Reihe. Dort möchte der Künstlerstadt-Verein, auf dessen Initiative das Ganze zurückgeht, jene Kalbenserin verewigen lassen, der die Straße ihren Namen verdankt. Doch anders als bei den vier bislang bemalten Stromkästen soll diesmal im Vorfeld eine Befragung der Anwohner erfolgen, unter anderem in Form von Wurfzetteln. Grund dafür ist, dass es wegen eines bemalten Stromkastens, nämlich dem an der Marktstraße, im Nachhinein jede Menge Ärger gegeben hatte, weil Anwohner der Meinung waren, das Motiv „Schweinemarkt in Kalbe“ passe nicht und sei ihnen vom Verein übergestülpt worden (Volksstimme berichtete). Letzterer hat daraufhin nun gemeinsam mit der Avacon, der die Stromkästen gehören, nach einer Möglichkeit gesucht, solche Probleme künftig schon im Vorefeld zu vermeiden. Wie Corinna Köbele, die Vorsitzende des Vereins, gestern informierte, könnten die Motive jetzt schon vor der jeweiligen Malaktion auf der Homepage der Künstlerstadt angesehen werden. Zudem seien die Anwohner, sofern sie sich mit der jeweiligen Ideenskizze nicht anfreunden könnten, aufgerufen, eigene Vorschläge einzureichen. „Aber dann muss es schon konkret sein“, betont Avacon-Kommunalreferent Andreas Forke. Zum Beispiel einfach zu sagen, auf den Kasten gehöre ein Pferd, das reiche nicht aus. „Es macht recht große Mühe, so ein Motiv zu erarbeiten“, sagt Corinna Köbele. Meist würden nämlich verschiedene Komponenten in das Bild einfließen. An der Eugenie-Schildt-Straße hingegen wird wohl eine Ausnahme gemacht. Hier soll einzig das Porträt jener Frau zu sehen sein, die von 1831 bis 1900 lebte und die nicht nur eine beträchtliche Summe für ein Krankenhaus in ihrer Heimatstadt spendete, sondern die auch verfügte, von ihrem Kapital eine Stiftung zur Finanzierung von Künstlerstipendien zu gründen. „Sie war quasi die Erfinderin jener Idee, die nun auch die Künstlerstadt verfolgt“, sagt Corinna Köbele. Die Stromkästen bemalt hingegen kein Stipendiat, sondern der Kalbenser Harald Müller im Zuge der Maßnahme „Jobperspektive 58 plus“.

© http://www.volksstimme.de/lokal/gardelegen/bemalte-stromkaesten-anwohner-ab-sofort-mit-einbezogen

 

 

 

 

28.10.2016

Literarische Nachwuchstalente aus der Altmark stellen sich im Kalbenser Café Friedenseck vor

Von Vergebung, Wahnsinn und Sinnsuche

Autor Hanna Koerdt

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Thea Grothe (19) aus Miesterhorst packte das Publikum mit ihren spannenden und düsteren Fantasy-Geschichten. © Koerdt

Kalbe. Berührend, fantastisch, philosophisch – das sind nur drei der Adjektive, die die Geschichten beschreiben, die am Mittwochabend im Kalbenser Café Friedenseck vorgelesen wurden. Und zwar von jungen Schreibtalenten aus der Region.
Zur Jugendliteraturlesung eingeladen hatte die Künstlerstadt Kalbe. Damit solle eine Serie von Veranstaltungen beginnen, so Initiatorin Corinna Köbele, um in der Mildestadt ein Jugendliteraturlabor zu etablieren. Die nächsten Veranstaltungen stehen auch schon fest.

Mut erfordert es, vor einem Publikum eigene Texte und Gedanken vorzutragen, sich möglicherweise Fragen und Kritik zu stellen. Diesen Mut bewiesen am Mittwoch Annalotta Grosche aus Jeggau, Thea Grothe aus Miesterhorst und Tino Fellenberg aus Gardelegen. Den Anfang machte die 13-jährige Annalotta. Sie las ihre Kurzgeschichte „Die Hochzeit im Himmel vor“, die sie für den Deutschunterricht geschrieben hatte. Damals war sie elf Jahre alt. Und wie ihr Erstlingswerk – inzwischen hat sie mehrere Geschichten verfasst und schreibt über alle möglichen Themen, die sie bewegen – deutlich machte, beschäftigte sie sich als Elfjährige mit den Themen Familie, Liebe, verletzte Gefühle, Vergebung und Tod. Ihre Hauptfigur, die 14-jährige Leni, die früh ihren Vater verlor und mit ihrer Mutter in Berlin lebt, setzt sich in „Eine Hochzeit im Himmel“ mit ihrer Familiengeschichte und den Emotionen ihrer Mutter und Großmutter auseinander, die letztlich aber auch einen unmittelbaren Einfluss auf Lenis Leben haben. Die Gäste lauschten Annalotta aufmerksam bis zum letzten Satz und belohnten die „sehr berührende“ Geschichte, wie eine Zuhörerin meinte, und deren Autorin mit Applaus.

annalotta klDie 13-jährige Annalotta Grosche aus Jeggau berührte mit ihrer Kurzgeschichte „Die Hochzeit im Himmel“.
© Koerdt


Spannend, fantastisch und düster wurde es, als die 19-jährige Thea ihre Texte vorlas. Zu schreiben begonnen hat sie in der dritten Klasse, „aber eben noch Kindertexte“, so Thea. Den literarischen Kinderschuhen ist sie längst entwachsen und fühlt sich im Fantasy-Genre am wohlsten. Irgendwann möchte sie ein ganzes Buch schreiben, bisher hat sie mehrere erste Kapitel verfasst: „Ich höre manchmal auf weiterzuschreiben und fange die nächste Geschichte an“, erzählte die Jungautorin. Zwei dieser ersten Kapitel gab es zu hören: „Der Seelendieb“ und „Cold Castle“: Detailliert beschrieben, eröffnete sich die Szenerie einer dunkle Gasse und des leblosen Körpers eines „tausendfachen Mörders“, der die Seelen seiner Opfer in einem kleinen Beutel aufbewahrt. „Ich schmeiße die Leser gerne gleich ins kalte Wasser“, so die Germanistik-Studentin. Auf jeden Fall ein kalter Schauer erfasste das Publikum auch, als es lauschte, wie eine alte Dame, die einen außergewöhnlich hohen Verschleiß an Dienstmädchen hat, der Wahnsinn packt. Und wie die Spuren des Todes vom restlichen Haus-Personal ganz einfach aus einem Zimmer weggewischt werden, man zur Tagesordnung übergeht, als wäre nichts geschehen, und wieder „Stellenausschreibungen“ für ein nächstes Mädchen verschickt.

tino klTino Fellenberg las aus seinem Buch „Das Jardonische Werk“. Vom Weltschmerz fast erdrückt, war das Schreiben „meine Heilung“.
© Koerdt

Als Dritter im Bunde las Tino vor. Der 23-jährige Gardelegener, der als Metallbauer arbeitet, hat vor kurzem sein erstes Buch „Das Jardonische Werk“ herausgegeben. Fünf Jahre hat er daran geschrieben. Über 700 Seiten sind entstanden, im Buch hat er all seine Gedanken und Ideen auf 66 Seiten zusammengefasst. Das Buch ist aufgeteilt in den Fall, Aufschlag und die Auferstehung des Protagonisten Veil Severins. Veil „hat vieles mit mir gemeinsam, aber nicht alles“, so Tino. Es geht um einen Weltschmerz und die Sinnsuche, die ihn, also Tino, schon früh im Leben auf unterschiedliche Wege führte, zum Beispiel in die Politik, was jedoch nicht zum erhofften Erfolg führte. Das Schreiben „war meine Heilung“, erzählte der Jungautor. Mit opulenten und dann wieder ganz klaren Worten innerhalb einer lyrischen Erzählweise reflektiert Tino/Veil seine aufopfernden, aber selbstzerstörerischen Denkgewohnheiten, die völlige Resignation und den Verlust des Lebensmutes und schließlich, nachdem er den Tiefpunkt erreicht hat, seinen Weg zur Selbsterkenntnis – „Der Leugnung fern, setzt Heilung frei“ – und Selbstliebe – „Es entkrampft sich das Leben durch Liebe. Zunächst der Liebe zu sich selbst und damit dann zur Welt“.
Von Hanna Koerdt

© http://www.az-online.de/altmark/kalbe/vergebung-wahnsinn-sinnsuche-6913699.html

 

 

 

 
 
 
 
 

9.11.2016

„Ein bisschen Gestrüpp" für Kalbe

Kunststudentin und Ex-Stipendiatin Charlet Gehrmann stellt aus


Kalbe (gb) • Mit ihrer Bewerbung für den Sommercampus 2015 hatte die Greifswalder Studentin Künstlerstadtvereinschefin Corinna Köbele im vergangenen Jahr sehr beeindruckt: „Sie hatte damals geschrieben, dass sie sich mit Unkraut auseinandersetzt, und dass selbst ein kleines unscheinbares Kraut voller Möglichkeiten steckt, verriet Köbele am Sonntag in der Kalbenser Galerie der 100 Brücken den Gästen der jüngsten Vernissage. Da nämlich stand die junge Unkrautexpertin im Mittelpunkt. Denn ihre floralen Bilder sind derzeit in den beiden Galerieräumen der Künstlerstadt zu sehen.
Afghanische Musik als Umrahmung
Und Gehrmann, die in Greifswald studiert, war natürlich selbst gekommen, um ihre Ausstellung unter dem Titel „Gestrüpp" persönlich zu eröffnen. „Und ich habe mich sehr gefreut, dass ich mal wieder ein bisschen Gestrüpp vorbeibringen durfte", verriet sie augenzwinkernd.
Jeweils montags bis freitags von 14.30 Uhr bis 17 Uhr oder nach Absprache können Besucher noch bis Mitte Dezember ihre Bilder anschauen, die in verschiedenen Techniken wie Radierungen, Aquarellmalerei oder Kohlezeichnungen entstanden. Und sie können auch käuflich erworben werden, warb Corinna Köbele: „Wir müssen uns nämlich einfach mehr für die Vermarktung unserer Stipendiaten einsetzen!", fand sie.
Für die musikalische Umrahmung sorgte der afghanische Gertar-Spieler Zaman Mussawi mit einer eigenen Version von „Der Kuckuck und der Esel" und einem Volkslied aus seiner Heimat.

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Charlet Gehrmann vor einem ihrer Lieblingsbilder, eine Radierung mit dem Titel „Gestrüpp".

 

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Zaman Mussawi aus Afghanistan spielte zur musikalischen Umrahmung zwei Stücke auf der Gertar. Fotos: Gesine Biermann

© Volksstimme, Gardelegener Kreisanzeiger, 9.November 2016, S. 20

 

 

 

 

8.11.2016

Dritte Schreibwerkstatt der Künstlerstadt Kalbe mit Autor Manuel Erzgräber im Jugendclub Kroko

Geschichten spannend zu Papier bringen

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Am Sonnabend wurde am „runden Tisch“ über die Themen der Geschichten, deren Aufbau und Inhalte diskutiert. Die Mädchen Thea Grothe, Franziska Berner, Celina Krümmel, Helena Lange, Natalie Zorn und Leonie Reich hatten dazu viele Ideen. © Bock

mb Kalbe. Bis kurz vor Beginn der nunmehr dritten Schreiberwerkstatt, die auf Initiative der Künstlerstadt Kalbe angeboten wurde, gab es noch freie Plätze. Am vergangenen Wochenende kamen dann aber insgesamt sechs Mädchen, die sich gemeinsam mit dem Berliner Autor Manuel Erzgräber über die Kunst des Schreibens von Geschichten aus- tauschten. An beiden Wochenendtagen war der Kalbenser Jugendklub Kroko Gastgeber der dritten Schreibwerkstatt. Und an beiden Tagen rauchten sprichwörtlich die Köpfe der jungen Hobbyautorinnen. Aus den zwölf- bis 19-jährigen Mädchen sprudelten nur so die Ideen hervor. Waren die Mädchen Thea Grothe (Miesterhorst), Franziska Berner (Bindfelde), Celina Krümmel, Helena Lange, Natalie Zorn und Leonie Reich (alle aus Stendal) noch zu Beginn eher ruhig und zurückhaltend, so war zur Abschlusslesung am Sonntag eine komplette Wandlung der Sechs zu beobachten. Sie waren kaum wiederzuerkennen: Impulsiv, sehr aufgeweckt und ideenreich ging es plötzlich in der kleinen Runde zu.

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Autor Manuel Erzgräber aus Berlin hatte für die sechs Hobbyschriftstellerinnen viele Ideen und Ratschläge parat.

© Bock

Autor Manuel Erzgräber freute sich über die sehr gute und tolle Zusammenarbeit. Und auch die jungen Hobbyautorinnen waren von der Schreibwerkstatt schlichtweg begeistert. Bis zum Abschluss hatten die Teilnehmerinnen eine, zwei oder sogar drei Geschichten verfasst, die sie vor Publikum im Rahmen einer Abschlusslesung im Kroko vortrugen. Leonie las „Eine gruselige Nacht“ vor. Helena gab „Die Legende der Soja-Soße“ zum Besten. Natalie las „Eine neue Welt“. Celina war „Verzweifelt“. Und Franziska trug den Text „Es muss“ vor. Alles in allem war die dritte Schreibwerkstatt für die Kinder- und Jugendlichen ebenso ein großer Erfolg wie auch für den Autor und die Künstlerstadt. Am kommenden Sonnabend, 12. November, lädt die Künstlerstadt Kalbe erneut Schreibtalente zu einem Workshop in den Kalbenser Jugendclub Kroko ein. Kinder von acht bis zwölf Jahren werden unter der Anleitung von Künstlerstadt-Stipendiatin Nadja Wieser Lotz Geschichten erfinden, erleben und spielen. Gefördert wird die Schreibwerkstatt von der Landesvereinigung kulturelle Kinder- und Jugendbildung und Lotto Sachsen-Anhalt. Interessenten können sich hierfür unter 03 90 80/ 29 59 oder per Mail an Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! anmelden.

© http://www.az-online.de/altmark/kalbe/geschichten-spannend-papier-bringen-6946273.html

 

 

 

 

 

12.11.2016

Ministerpräsident Reiner Haseloff informiert sich vor Ort über die Künstlerstadt

Nicht letztes, aber erstes Haus

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Die Kinder aus dem Hort „Abenteuerland“ begrüßten Ministerpräsident Reiner Haseloff mit einem Lied. Er ließ sich von Corinna Köbele über das Künstlerstadt-Projekt informieren.© Koerdt

Kalbe. 80 000 Euro aus dem Förderprogramm „Demografie im Wandel“ des Landes Sachsen-Anhalt erhält die Künstlerstadt Kalbe zur Förderung der Vereinsaktivitäten.
Während des Sommercampus war Wilfried Köhler vom Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr schon zu Besuch in der Mildestadt, gestern Nachmittag kam Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff an die Rathausstraße 39.
Dort nämlich arbeitet die Künstlerstadt Kalbe daran, einen Kulturhof einzurichten: „Wir sind eigentlich ein Stadt- und Regionalentwicklungskonzept“, erklärte Corinna Köbele. Deshalb ist der Hof an der Rathausstraße „nicht das letzte, aber das erste Haus“, welches die Künstlerstadt Kalbe kaufte und wieder mit Leben erfüllt. Für besagten Hof hatte sie sogar das Vorkaufsrecht, denn in der zum Grundstück gehörenden Scheune wurden schon vor dem Kauf der Immobilie viele Campus-Feste gefeiert.
Eine Menge Arbeit haben die Vereinsmitglieder noch vor sich, aber „wenn das innerhalb von acht Wochen getan wäre, dann würde der Zusammenhalt auch schnell schwinden“, so Haseloff. Der Ministerpräsident wurde in Kalbe freundlich begrüßt, unter anderem von Kommunal- und Landespolitikern, von neuen und alten Bürgern oder auch von den Kalbenser Hort-Kindern, die ihm ein Lied vorsangen und eine Mappe mit selbst gemalten Bildern „von den jüngsten Künstlern Kalbes“ überreichten. Nachdem Reiner Haseloff sich das Grundstück anschaute und sich die Umbaupläne erklären ließ, ging es in großer Runde auf Fahrrädern weiter in die Galerie der 100 Brücken zum weiteren Gespräch.
Von Hanna Koerdt

© http://www.az-online.de/altmark/kalbe/nicht-letztes-aber-erstes-haus-6969586.html

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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